Heraus zum Frauenkampftag!

Der 8.März ist der internationale Frauenkampftag. Wir werden an diesem Tag einen Flyer verteilen, welchen wir euch nicht vorenthalten wollen. Zudem werden wir am 25.03 um 19:30 Uhr im Kommunikationszentrum Paradox (Bernhardstr. 12 28203 Bremen) eine Veranstaltung zum Geschlechterverhältnis machen. Dort wollen wir die Gründe für den ganzen Mist erklären und Argumente dagegen liefern. Auch soll es dort eine Möglichkeit geben uns kennenzulernen, sich zu vernetzen und sich im besten Fall bei uns gegen diese Scheiße zu organisieren!

Für einen proletarischen Feminismus als Teil des Kampfes um Befreiung!

Heraus zum Frauenkampftag! Wehrt euch gegen Ausbeutung und sexistische Unterdrückung.

Der 8. März ist der internationale Frauenkampftag, deswegen sind wir heute auf der Straße.

Wir wollen keinen Beifall und wir wollen keine Anerkennung für unsere Leistungen am Herd und unseren Einsatz am Arbeitsplatz. Wir wollen auch keine Komplimente für unser Aussehen und die Fertigkeit „bei all dem noch Frau zu bleiben“. Wir rufen auf zum Kampf gegen unsere doppelte Unterdrückung! Wir rufen alle Hausfrauen, Arbeiterinnen, Mädchen und Mütter auf, sich gegen Ausbeutung und sexistische Gewalt zu organisieren!

Als Frauen wurden wir historisch immer hinter die Haustür verbannt. Politik, Arbeit und das öffentliche Leben gingen uns nichts an, wurde uns über Jahrhunderte eingetrichtert. Unsere Geschicke sollten wir in die Hände unserer Männer legen. Denn sie wären von Natur aus eben die Macher, welche sich für die Bosse krumm machen dürfen.

Unsere Natur hingegen sei die der emotionalen, müterlichen Dienerin des Mannes. Wir sollen in die Waschküchen gehen und sie würden das Übrige tun. Die Kindererziehung, das Wäsche waschen, das Kochen für die gesamte Familie, das Putzen und in Stand halten der Wohnung ergibt zusammen einen unbezahlten 10 Stundentag an harter Arbeit, den auch heute noch viele Hausfrauen genügsam zu verrichten haben, ohne dabei einen Sonntag die Woche wirklich frei zu haben. Wer es dabei nicht schafft noch wie eine von den menschlichen Schaufensterpuppen aus Heidis Magersuchtsshow auszusehen, dem ist der Spott und die Verachtung der Männerjury gewiss.

In dieser Gesellschaft werden Frauen mitunter fast zu Tode geprügelt, weil sie nach einem harten Tag im Haushalt für ihren Mann nicht noch den Pornostar spielen, der ihm von klein an versprochen wurde! Das ergibt sich aus eben diesen vielen Erwartungen, die immer an uns Frauen gestellt werden und wurden, und denen kaum eine Frau gänzlich entsprechen kann.

Wir wissen: Wir sind von Natur aus nicht schwächer, dümmer oder einfach ungeeigneter für das öffentliche Leben als unsere männlichen Kollegen. Die Hausarbeit wurde für uns vorgesehen, weil es für die Bonzen billiger war, wenn ihre Arbeiter den Haushalt von ihren Frauen erledigen lassen.
Eine brave und genügsame Hausfrau an der Seite der arbeitenden Männer bedeutet, dass die Chefs ihren nach der Arbeit ausgebrannten Arbeitern, nicht noch Löhne zahlen müssen, die für eine Haushaltshilfe reichen würden. Denn dafür wären schließlich die Frauen verantwortlich.

Dass wir keine schlechteren Arbeiter als die Männer sind wissen die Chefs mittlerweile auch, dank dem Feminismus, der sich einen Scheiß um die Belange der arbeitenden Leute scherte. Für uns kein Grund sich zu freuen, weil wir nun neben der Schufterei im Haushalt auch noch in die Betriebe dürfen. Und weil unsere männlichen Kollegen durch uns auch noch unliebsame Konkurrenz bekommen haben, konnten die Unternehmer – die eh so wenig wie möglich zahlen – die Löhne insgesamt drücken.

Vielen Frauen wird darüber hinaus beigebracht, sie müssten sich um eine gute Ausbildung gar nicht erst kümmern, weil sie später eh für den Haushalt zuständig sein werden. Weil die Löhne ihrer Männer aber oftmals zu knapp sind um davon einen Pärchenhaushalt angemessen und eine Familie überhaupt ernähren zu können, landen sie dann in den beschissensten und prekärsten Jobs um etwas für die Haushaltskasse dazuzuverdienen. Der Anspruch an uns, „Heimchen am Herd“ zu sein, verschwindet dadurch aber nicht und so dürfen sich die meisten Frauen spätestens ab 30 die erste Kur von der Krankenkasse zahlen lassen, weil sie körperlich und seelisch völlig kaputt geschuftet sind.

Die nächste Scheiße begegnet uns dann spätestens bei der Suche nach Erholung, wenn wir versuchen, den ganzen Mist von Hausarbeit, Schule oder Job kurz auszublenden, indem wir Feiern gehen:

Sexistische Arschlöcher, die denken sie hätten das Recht uns anzufassen, die ernsthaft glauben, dass wir uns kleiden und schminken bloß um ihnen zu gefallen und sie zu beeindrucken. Von Werbeplakaten, die mit Frauenkörpern ihre Produkte besser an Männer verkaufen wollen, bis zu Musikvideos in denen Frauen immer nur als Statussymbol irgendwelcher aufgeblasenen Popstarwichser ihre Daseinsberechtigung haben, lässt sich folgendes ablesen:
Unsere Sexualität ist nicht für uns, sondern für irgendeinen Typen da.

Wer das als Mann richtig findet und verinnerlicht, der grapscht auch gern mal zu, wenn ihm ein Arsch gefällt. Und wer auf den Willen von Frauen sowieso scheißt, der vergewaltigt.

Das hat auch nichts, wie einige Hetzer jetzt behaupten mit Herkunft oder Kultur zu tun. Männliches Rechtsanspruchsdenken und sexistische Unterdrückung waren uns auch sehr wohl vor der Flüchtlingsdebatte geläufig. Jede die mal mit einem Kleid in der Disko feiern war, jede die mal auf einer Bahnfahrt alleine ihr Pfefferspray umklammern musste und jede die lieber aus Vorsicht die Straßenseite wechselt, wenn sie eine Gruppe angetrunkener halbstarker Männer sieht, wird das bestätigen können. Wenn ein deutscher Mann grapscht und vergewaltigt, stellt sich in diesem Land keiner die Frage, ob das was mit seinem Deutsch sein zu tun hat. Tut es ein Flüchtling, dann wird gleich versucht das Ganze mit seiner Herkunft zu erklären.

Wir weisen diese spalterische Hetze entschieden zurück! Unsere Klasse kennt keine Ausländer!

Weil wir als Frauen nicht als welche ernstgenommen werden, deren Willen zählt, ist es an der Zeit unseren Willen auf körperliche Unversehrtheit und sexuelle Selbstbestimmung mit dem deutlichsten Mittel durchzusetzen, das es gibt: Mit Gewalt.

Vergewaltiger: Wir kriegen euch alle! Nehmt euch in Acht vor uns.

Doch nicht nur Vergewaltiger sollten in ihre Schranken gewiesen werden. Alle Sexisten sollten mit Argumenten konfrontiert werden, damit sie mit ihrer Scheiße aufhören. Männliches Rechtsanspruchdenken beginnt nicht mit dem Vergewaltigen von Frauen. Die Scheiße fängt schon in der Schule an, wenn eine Klassenkameradin gemobbt wird, weil sie ihre Sexpartner so oft wechselt wie der männliche Aufreißer des Jahrgangs.

Unter anderem um gegen diese sexistischen Zustände zu kämpfen, gibt es unsere Gruppe. Wir wollen aufzeigen, wo die wirklichen Grenzen zwischen den Leuten liegen und die Frauen ermutigen ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, um an der Seite ihrer männlichen Freunde und Kollegen gegen Ausbeutung und sexistische Unterdrückung zu kämpfen!

Revolutionärer Aufbau Bremen – RAB